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Wissenswertes über Trink- und Mineralwasser




"Leitungswasser ist mindestens
genauso gesund, sehr preiswert
und hygienisch meist einwand-
freier als die meisten abgepackten
Wasser."

Prof. Dr. med. F. Daschner
Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene, Universitätsklinikum Freiburg

· Trink-, Mineral-, Tafel-, Heilwasser: Wo ist der Unterschied?



Trinkwasser

Trinkwasser ist ursprüngliches oder aufbereitetes Wasser, dass für den menschlichen Gebrauch geeignet ist und z.B. zum Trinken oder Kochen, zur Getränke- oder Speisezubereitung, zur Körperpflege oder Reinigung von Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, verwendet wird. Es muss frei sein von Krankheitserregern, genusstauglich und rein. Mineralien müssen in einer bestimmten Mindestkonzentration vorkommen.

Natürliches Mineralwasser

Das einzige genehmigungspflichtige Lebensmittel in Deutschland. Um wie vorgeschrieben "natürlich rein" zu sein, muss es aus unterirdischen, vor Verschmutzung geschützten, Wasservorkommen stammen und an der Quelle abgefüllt werden.

Quellwasser

Kommt aus unterirdischen Reservoirs, muss aber im Gegensatz zu natürlichen Mineralwasser weder Mineralstoffe noch Spurenelemente in höheren Konzentrationen enthalten.

Tafelwasser

Eine industriell hergestellte Mischung aus normalem Leitungswasser und natürlichem Mineralwasser. Es darf überall produziert und auch über Zapfgeräte ausgeschenkt werden.

Heilwasser

Ein frei verkäufliches Arzneimittel zur Vorbeugung oder Heilung von Erkrankungen. Die Zulassung vom Bundesamt für Verbraucherschutz erhält das Produkt erst bei einem Mindestgehalt an Mineralstoffen.



· Mineral- und Schadstoffgehalt



Nach der Trinkwasserverordnung werden 33 Schadstoffe in unserem Leitungswasser geprüft, unter anderen: Nitrat, Pestizide und eine Vielzahl von Bakterien, täglich.

Demnach kann Wasser aus dem öffentlichen Trinkwasserleitungsnetz, als das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland gelten.

Beispiel des Stuttgarter Wasserwerk
Über 150 bakteriologische und ca. 1.500 Einzeluntersuchungen monatlich garantieren die vorzügliche Qualität des Trinkwassers im Stuttgarter Trinkwassernetzes.


Nach der Mineralwasserverordnung werden nur 10 Schadstoffe geprüft, Nitrat und Pestizide meist überhaupt nicht, nur wenige Bakterien, einmalig 12 Stunden nach Abfüllung, keine weitere Überprüfung und fast immer gibt es kein Verfallsdatum auf den Flaschen. Auch sind die Grenzwerte oft höher angesetzt z.B. dürfen im Mineralwasser 50 µg Arsen enthalten sein, im Trinkwasser dürfen höchstens 10 µg Arsen sein; oder Mineralwasser: 50µg Blei, im Trinkwasser 10µg Blei.




· Ernährungsphysiologische Bedeutung von Wasser für den Menschen



Der Wassergehalt des Körpers wird durch körpereigene Regelmechanismen sehr genau kontrolliert und konstant gehalten. Werden Flüssigkeitsverluste nicht rechtzeitig ersetzt, werden dem Blut und dem Gewebe Flüssigkeit entzogen. Das Blut fließt langsamer und die Ausscheidungsfunktion des Körpers ist eingeschränkt. Gleichzeitig ist die Nährstoff- und Sauerstoffversorgung der Muskelzellen reduziert.

Als durchschnittliche Wasserzufuhr werden 1,5 bis 2,5 ltr. Wasser pro Tag empfohlen, wobei Erwachsene auch höhere Mengen gut vertragen: Denn die Nieren können pro Stunde fast 1 Liter ausscheiden. Die maximale auch längerfristig verträgliche Flüssigkeitsmenge beträgt etwa 10 Liter pro Tag.

Richtwerte für die Zufuhr von Wasser

Alter Wasserzufuhr
Getränke
ml*/Tag
Feste Nährung
ml*/Tag
Säuglinge
0-3 Monate
4-12 Monate
620
400
-
500
Kinder
1-3 Jahre
4-6 Jahre
7-9 Jahre
10-12 Jahre
13-14 Jahre
820
940
970
1.170
1.330
350
480
600
710
810
    
Alter Wasserzufuhr
Getränke
ml*/Tag
Feste Nährung
ml*/Tag
Jugendliche und Erwachsene
15-18 Jahre
19-24 Jahre
25-50 Jahre
51-64 Jahre
65 und älter
1.530
1.470
1.410
1.230
1.310
920
890
860
740
680
Schwangere 1.470 890
Stillende 1.710 1.000

* 1.000 Milliliter (ml) = 1 Liter(l), Quelle: DGE 2000


Der Wasserbedarf ist erhöht bei :
  • Hohem Energieumsatz (bei starker körperlicher Anstrenung kann der tägliche Wasserbedarf das drei- bis vier-fache der in der Tabelle genannten Richtwerte erreichen; in Extremsituationen über 10 Liter pro Tag)
  • Hitze
  • Trockener und kalter Luft
  • Hohem Kochsalzverzehr
  • Hoher Eiweisszufuhr
  • Verschiedenen Erkrankungen (z.B. mit Fieber, Erbrechen, Durchfall)



· Wasserkosten



Ausgehend von Preisen für einen Kubikmeter Trinkwasser zwischen 1 und 3 € kostet ein Liter Wasser ca. 0,002 €. Diese Kosten können in der Wirtschaftlichkeitsberechnung vernachlässigt werden.



· Informationen zu CO²



Weshalb wird Kohlensäure zugesetzt?

Die Kohlensäure springt bei Mineralwässern oft als erstes ins Auge. Außer lustig zu perlen erfüllt sie weitere Aufgaben wie:

* Sie konserviert das Wasser, so dass es auch nach langer Lagerung noch frisch schmeckt.
* Sie hält die Hydrogenkarbonate (z.B. Kalk) in Lösung, da diese sonst ausfallen würden.
* Sie fördert durch Steigerung des Resorbtionsvermögens des Magens die Verdauung.

Da die meisten Mineralwässer relativ wenig Kohlensäure (H²CO³) führen (stille Wässer), werden sie nachträglich mit Kohlendioxid (CO²) versetzt. Während man früher als Kohlendioxidzusatz Soda (NaHCO³) verwendete (Sodawasser!), wird heutzutage reines CO² zugesetzt, welches z.B. als natürlicher Rohstoff in Bad Niedernau aus einigen Kilometern Tiefe gefördert wird.

Die Löslichkeit von Kohlendioxid in Wasser steigt bei niedrigeren Temperaturen und höheren Drucken. Nach starkem Schütteln und Erwärmen (Temperaturerhöhung) einer kohlensäurehaltigen Mineralwasserflasche erlebt man beim Öffnen der Flasche (Druckerniedrigung) das schlagartige Entweichen des gesförmigen Kohlendioxids (H²CO³ - > CO² + H²O).

Einteilung der Wässer nach Kohlensäuregehalt:
1.
2.
3.
4.
5.
Plattes Wasser:
Stilles Wasser:
Halbstilles Wasser:
Kohlensäurereiches Wasser:
Sprudelwasser:
Bis 1 Gramm pro Liter
1 bis 2 Gramm pro Liter
3 bis 5 Gramm pro Liter
5 bis 8 Gramm pro Liter
Über 8 Gramm

Wässer mit einem Kohlensäuregehalt von mehr als 250 mg/l werden auch als "Säuerling" bezeichnet.

Um nach dem Genuss nicht aufstoßen zu müssen, kann bei Bedarf die Kohlensäure leicht durch Verquirlen mit dem Küchenmixer entfernt werden.

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